PolitKinoBeisl: Zwangsprostitution
Einladung der Grünalternativen Jugend Klagenfurt/Celovec
Das Geschäft mit der Vermarktung des weiblichen Körpers boomt wie nie zuvor. Die Sexindustrie floriert durch die kapitalistische Entwicklung, die Entwicklung von Transport und Kommunikation. Frauen und Mädchen werden weltweit auf verschiedenen Handelsrouten verschoben, die Kunden der Prostitution global beliefert. Frauenhandel ist eine modernen Form der Sklaverei, die in ihren Dimensionen den historischen Sklavenhandel übertrifft – die Strukturen der Ausbeutung sind aber heute nicht mehr auf den einzelnen Staat bezogen, sondern global im Zusammenhang zu sehen. Zwangsprostitution ist nur die Spitze des Eisbergs des Frauenhandels – ein Markt dessen Ausmaße großteils im Dunkeln liegen.
Die sexuelle Ausbeutung von Frauen durch Männer ist Teil des kapitalistischen Systems, da es Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern und schwer zu verändernde Identifikationsmodelle von Männlichkeit und Weiblichkeit, die historisch bedingt sind, weiterführt und zulässt, dass der weibliche Körper zur Ware gemacht wird. Diese konstruierten Machtverhältnisse verbinden sich auf fatale Weise mit den ökonomischen Zwängen, von denen Frauen betroffen sind.
Das PolitKinoBeisl findet monatlich statt. Wir zeigen einen Film und es gibt anschließend eine Disskusion. Eintritt frei!!!
Diese Woche (8.1.): Wir zeigen 2 Filme zum Thema Zwangsprostitution
Die Helfer und die Frauen [2003]
„Trafficking“ ist eine Form von Menschenhandel, die in jüngster Zeit besonders in Südosteuropa dramatisch zunimmt. Die gewaltsame Verschleppung von Frauen und Mädchen oder ihre Anwerbung unter Vorspiegelung falscher Tatsachen, um sie als Arbeitssklavinnen zur Prostitution zu zwingen, ist in Bosnien-Herzegowina und besonders im Kosovo inzwischen zu einer Schattenwirtschaft geworden. Dies ist eine der Auswirkungen der von der NATO dort mitgeführten Kriege sowie der Präsenz internationaler Truppen und Hilfsorganisationen. In diesem Film werden die Strukturen und Zusammenhänge von Trafficking aufgezeigt.
Geh mir mir [2006]
Der Film ist eine Mischung aus dokumentierten Einzelschicksalen und fiktionaler Innenschau in das Leiden einer zwangsprostituierten Frau.
Im ersten Teil des Films werden die perfiden Strukturen des Organisierten Verbrechens aufgezeigt, auf denen Frauenhandel basiert. Es werden in einer auseinanderklaffenden Wort-Bild-Sprache nüchtern und doch berührend vier Einzelschicksale geschildert – sie stammen allesamt aus den Akten von Menschenhandels-Prozessen. Der zweite Teil des Films ist in vielfältiger Weise künstlerisch überformt: hier wird der Leidensweg einer jungen Frau ganz aus ihrer Perspektive heraus dargestellt. Die Regisseurin Marion Pfeifer hat mit dem Film einen neuen Weg der Aufklärung über Menschenhandel beschritten, einen beeindruckenden und bedrückenden
- Freitag, 8.1.2010
- 19:00 (Diskussion und Volxküche im Anschluss)
- Bahnhofsstr. 34, GAJ Büro, Klagenfurt
Trackbacks & Pingbacks